Die Fächer evangelische und katholische Religion

 

„Um Gottes Willen?!" - nur ein Ausruf oder doch mehr?

Schon an dieser Frage erkennt man eine Zielrichtung des Oberstufenunterrichts im Fach Religion. Es gilt, dass die Lebenswelten der Schüler und Schülerinnen in den Mittelpunkt des Unterrichts gestellt werden, ihre Fragen, Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit den gegebenen Lebenswirklichkeiten prägen den Fachunterricht, Fragen des Glaubens werden auch thematisiert, stehen aber nicht im Vordergrund des Religionsunterrichts.

Mit den Schülern und Schülerinnen werden Unterrichtssequenzen konzipiert, die eine Fortsetzung des Bildungsprozesses und der Persönlichkeitsentwicklung der Sekundarstufe I ermöglichen. Ziel des Unterrichtes ist eine vertiefte Allgemeinbildung und die Förderung einer Entwicklung zur persönlichen Entfaltung und sozialen Verantwortung zu erreichen.

Dies geschieht auf zwei Ebenen. Erstens werden wissenschaftliche Erkenntnisse und Verfahrensweisen systematisch erarbeitet, um grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln, zweitens werden Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft unterstützt und eingeübt, damit sich die Schüler und Schülerinnen mit Werten, Wertesystemen auseinandersetzen und sich Orientierungsmuster für ihre eigene Sinnfindung aneignen können.

Die Themenbereiche umfassen entsprechend Fragen nach dem „Menschsein" (was ist der Mensch, was kann und darf der Mensch alles tun), der christlichen Tradition (Christentum und Kirche), anderen Glaubens- und Wertesystemen (andere Religionen, Lebensphilosophien) und allgemein Fragen nach Leben, Tod, Sinn, aus dem Blickwinkel eigener und fremder (Literatur, Kunst, Musik) Lebensvollzüge.

Diese Vorgehensweise wird von den Lehrer/innen der beiden Konfessionen (ev./rk.) getragen und entsprechend den Richtlinien eng aufeinander abgestimmt.

Entscheidend bleibt dabei die Erkenntnis, dass Religion als „Kulturfach" dazu beiträgt, in Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Denkweisen und -mustern die Welt besser verstehbar zu machen und deshalb ist der Religionsunterricht offen für alle Schüler und Schülerinnen.