Integrative Lerngruppen und Gemeinsames Lernen

Unterwegs zur „inklusiven Schule“ 

Mit dem Beginn des Schuljahres 2012/13 hat sich eine wesentliche Neuerung an der damaligen Städtischen Gesamtschule, heute Alexander-Coppel-Gesamtschule, ergeben. Neben fünf „regulären“ neuen 5. Klassen hat eine „Integrative Lerngruppe“ ihre Arbeit begonnen. In dieser Klasse lernen „Regelschulkinder“ und Kinder mit besonderem Förderbedarf gemeinsam und setzen damit die Grundidee eines „inklusiven“ Schulsystems, das nicht auf Ausgrenzung, sondern auf Einbindung setzt, an unserer Schule um. Die positiven Erfahrungen mit dieser ersten integrativ arbeitenden Lerngruppe haben dazu beigetragen, dass sich die Schulleitung nach eingehenden Beratungen mit der Bezirksregierung und der Stadt Solingen entschlossen hat, auch im Schuljahr 2013/2014 eine Integrative Lerngruppe einzurichten.

Wir folgen damit als erste Solinger Gesamtschule den Vorgaben der UN-Konvention von 2009, die den Mitgliedsstaaten die Verwirklichung eines „inklusiven“ Schulsystems aufgetragen hat und dem Beschluss des Schulausschusses der Stadt Solingen, der die schrittweise Umsetzung an allen Solinger Schulen vorsieht. Dabei fühlt sich die Alexander-Coppel-Gesamtschule der Idee der Inklusion besonders verbunden, weil sie sich als Gesamtschule ja ohnehin als „Schule für alle Kinder“ versteht.

Dieser Leitidee folgend hat die erste Integrative Lerngruppe ein sehr erfolgreiches erstes Schulhalbjahr hinter sich gebracht und anschaulich gezeigt, wie erfolgreich „gemeinsames“ Lernen sein kann (vgl. dazu einen Artikel im Solinger Tageblatt vom 7. Februar 2013:
http://www.solinger-tageblatt.de/solingen/eine-ganz-normale-klasse-3949697.html.

Außerdem erhielt die Gesamtschule Solingen am 26.10.2013 für die Einrichtung genau dieser Integrativen Lerngruppen von der Solinger Robert-Knupp-Stiftung den mit 5000.-€ dotierten 1. Platz des Kurt-Kreuser-Preises (vgl. dazu den Artikel im Solinger Tageblatt vom 28.10.2013:
http://www.solinger-tageblatt.de/solingen/auszeichnung-fuenf-solinger-jugendprojekte-3899513.html.

In der jetzigen Klasse 9f lernen nun seit August 2012 im fünften Jahr 20 „Regelschulkinder“ und fünf Kinder mit besonderem Förderbedarf gemeinsam. Mit der jetzigen 8f ist im September 2013 die zweite Integrative Lerngruppe mit den gleichen Rahmenbedingungen gestartet. Sie alle lernen gemeinsam, aber doch jeweils nach unterschiedlichen Anforderungen und Zielsetzungen. Und hier wird die Grundidee deutlich: „Inklusives Lernen“ nimmt jedes einzelne Kind in den Blick (und nicht nur die mit besonderem Förderbedarf) und versucht die bestmögliche Förderung für das Kind zu erreichen. Dies ist natürlich nur dann möglich, wenn die Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet sind. So arbeiten in den Klassen 8f und 9f  und den "neuen" Klassen des gemeinsamen Lernens 5e und 5f sowie 6e und 6f neben den „normalen“ Fachlehrern insgesamt sechs Förderschullehrkräfte (allerdings mit zum Teil reduziertem Stundendeputat), IntegrationshelferInnen und weitere Helfer im Bundesfreiwilligendienst.

Zugleich zeigt diese recht gute Personalausstattung: Inklusion ist (wie Qualität im Bildungswesen generell) nicht zum Nulltarif zu haben! Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Gesetzesänderungen die gute Idee nicht an Sparplänen scheitern lassen.