Erasmus+ Fortbildung in Nizza

ICT and Outdoor Teaching and Learning in Nizza (Erasmus+)  

Nizza, die „Perle der Côte d’Azur“, ist nicht der schlechteste Ort, um etwas über Outdoor Teaching zu lernen. Vom 1.3.bis 8.3.2026 hatte ich Gelegenheit im Rahmen des EU-Förderprogramms Erasmus+ mit 14 Lehrerinnen (!) aus sieben europäischen Ländern thematisch zusammenzuarbeiten, mich auszutauschen, zu vernetzen und meinen Horizont zu erweitern.

Outdoor-Aktivitäten machen den Lernstoff greifbarer, fördern Kreativität, Teamarbeit und die Motivation. Das durften wir in diesem Workshop selbst erleben. Es wurde dabei viel gelacht, gelaufen, gesungen, entdeckt und fotografiert.

Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) kann mittels digitaler Werkzeuge das Lernen interaktiver, anschaulicher und dokumentierbar gestalten. Auch in diesem Punkt konnten wir dank der vielseitigen Anregungen und der kompetenten Unterstützung unseres Teachers Andrei sehr viel lernen und neue Impulse für unseren Unterricht mitnehmen. Wie nutzt man KI zur Planung von Outdoor-Aktivitäten? Was macht einen guten Prompt aus? Welche Rolle kann KI in diesem Zusammenhang in unserem Schulalltag spielen? Welche digitalen Tools eignen sich für die Durchführung und die Dokumentation von Draußenaktivitäten? – Das Motto war stets „Learning by doing“.

Neben dem offiziellen Programm, das auch eine Stadtführung und eine Gourmettour durch Nizza enthielt, blieb Zeit für selbstorganisierte gemeinsame Erkundungstouren in die wunderschönen umliegenden Orte.

Bereichernd war vor allem der permanente Austausch mit den Kolleginnen. So wurde schnell deutlich, dass Outdoor-Aktivitäten nicht nur in den nordischen Ländern (Norwegen, Schweden, Finnland) ausdrücklich und verbindlich im Lehrplan verankert sind. Auch in Slowenien ist Lernen im Freien klar im nationalen Curriculum geregelt und strukturell unterstützt.

Kontrovers wird die Frage nach einer Regulierung der Handynutzung in der Schule diskutiert. In einigen südeuropäischen Ländern wie z.B. Frankreich, Italien und Portugal gibt es nationale Regelungen, die die Nutzung von Smartphones und anderer internetfähiger Geräte im Unterricht und auf dem Schulhof je nach Altersstufe konsequent verbieten, mindestens aber stark einschränken. In den meisten mittel- und osteuropäischen Ländern gibt es lediglich nationale Rahmenvorgaben zur Medien- und Digitalkompetenz mit Regelungsspielraum auf Ebene der Schule. Litauen betont digitale Kompetenzen und Gesundheitsaspekte. Empfehlungen und Programme zur Förderung von Bewegung, Gesundheit und Medienkompetenz geben einen Rahmen, innerhalb dessen Schulen Handyverbote oder Nutzungszeiten festlegen. Die öffentliche Debatte darüber ist in allen Ländern aktuell und wichtig.

Für mich persönlich war das einwöchige Zusammentreffen mit Kolleginnen außerordentlich bereichernd, da es mich dazu angeregt hat, aus der Distanz über die eigene pädagogische Praxis und die schulischen Rahmenbedingungen zu reflektieren und neue Perspektiven einzunehmen. Daraus ergeben sich neue Ideen und Impulse für die Schulentwicklung und die Gestaltung des eigenen Unterrichts. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich in Nizza machen durfte!

B. Görner